Vergebung

Lukas 15,18-24

18 Ich will zu meinem Vater gehen und ihm sagen: Vater, ich bin schuldig geworden an Gott und an dir. 19 Sieh mich nicht länger als deinen Sohn an, ich bin es nicht mehr wert. Lass mich bitte als Arbeiter bei dir bleiben!‹ 20 Er machte sich auf den Weg und ging zurück zu seinem Vater. Der erkannte ihn schon von weitem. Voller Mitleid lief er ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 ›Vater‹, sagte der Sohn, ›ich bin schuldig geworden an Gott und an dir. Sieh mich nicht länger als deinen Sohn an, ich bin es nicht mehr wert.‹ 22 Sein Vater aber befahl den Knechten: ›Beeilt euch! Holt das schönste Gewand im Haus und legt es meinem Sohn um. Steckt ihm einen Ring an den Finger und bringt Schuhe für ihn! 23 Schlachtet das Mastkalb! Wir wollen essen und feiern! 24 Denn mein Sohn war tot, jetzt lebt er wieder. Er war verloren, jetzt ist er wiedergefunden.‹ Und sie begannen ein fröhliches Fest.

Wir alle sind manchmal in der Situation, dass entweder wir anderen etwas schuldig sind, oder dass andere eine Schuld bei uns haben; und ich denke, dass sich dieses Problem für beide Seiten schlecht anfühlt. In der Bibel finden wir viele Stellen, die uns auf das Thema Vergebung aufmerksam machen. Das fängt schon sehr früh an, als z.B. Mose mit Gott über das Schicksal der Städte Sodom und Gomorra verhandelt:

1. Mose 18,24: (LUT) Es könnten vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen, die darin wären?

Gott ist ein Gott, der die Menschen, die er geschaffen hat, liebt. Deshalb kannst du dir seine Liebe zu dir nicht verdienen. Jesus starb am Kreuz für deine und meine Sünden, als wir noch Sünder waren! (vgl. Römer 5,8) Gott liebt dich also nicht, weil du so gut bist, sondern weil er so gut ist. Und er wird dich auch nicht weniger lieben, wenn du selber das Gefühl hast, dass die Sünde in deinem Leben so schlimm ist, dass er dich gar nicht mehr lieben kann. Das ist das Gute an seiner Liebe: sie ist so unbegreiflichg groß, dass sie niemals enden wird. Wie in dem Gleichnis aus Lukas 15 empfängt Gott jeden, der zu ihm kommt immer mit offenen Armen. Das ist der erste Teil von Vergebung: Bringe Gott alle deine Sünden! Wenn du sie ihm in Reue bekennst, dann ist er immer treu und gerecht, dass er die Schuld vergibt und dich von aller Ungerechtigkeit reinigt (vgl. 1. Joh. 1,9).

Der zweite Bereich von Vergebung istder, dass du dir selbst vergeben kannst. Das kann einem manchmal echt schwer fallen. Ich selbst habe auch manchmal diesen Gedanken, dass Gott mich doch gar nicht mehr lieben kann, dass es doch wohl keinen schlimmeren Menschen auf dieser Welt gibt, als mich. Wenn du dieses Gefühl auvh manchmal hast, möchte ich dir diesen Vers sagen: Psalm 103,12: So fern, wie der Osten vom Westen liegt, so weit wirft Gott unsere Schuld von uns fort. (Hfa) Gott selbst ist in der Lage dazu, unsere Fehler zu vergessen (Jeremia 31,34) und wenn er das kann, sollten auch wir uns bemühen, uns selbst vergeben zu können.

Die letzten beiden Teile der Vergebung sind, anderen zu vergeben und andere um Vergebung zu bitten. Anderen zu vergeben ist oft sehr schwer, aber es ist das was Gott von uns verlangt. Wie das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht (Mth. 18,21-35) zeigt, ist Gottes Erwartung an uns, dass wir anderen vergeben können, egal wie schlimm das ist, was sie uns angetan haben, denn egal, wie schlimm es ist, das, was er uns vergeben hat, ist eine weitaus größere Schuld. So zeigt es auch die Geschichte am Anfang: die Schuld des Anderen nicht zu vergeben bedeutet, sie weiter mit sich herum zu tragen und das ist einfach nur eine schwere Last. Deshalb fordert Gott uns durch Paulus sogar dazu auf, die Sonne nicht über unserem Zorn untergehen zu lassen, um uns nicht zu versündigen (Eph. 4,26).

Der letzte Teil ist, wie gesagt, andere um Vergebung zu bitten. Auch, wenn uns die Bibel hierzu nie direkt auffordert, finden wir zahlreiche Beispiele, wo Menschen, ihre Mitmenschen um Vergebung für ihre Schuld bitten (z.B. Josefs Bruder in 1. Mose 50,17-18). Wenn wir Menschen verletzt haben, ist es undenkbar, nicht alles daran zu setzen, diese Sache wieder gut zu machen. Ohne diese Bitte um Vergebung, können wir keine Heilung erfahren. Wir stehen in der Pflicht dazu, uns vor dem anderen zu demütigen und um Vergebung zu bitten, weil sonst Versöhnung unmöglich wird und wir keinen Frieden haben können.

Wie du auf diesen Text, den du jetzt gelesen hast, reagierst, liegt bei dir. Denk mal darüber nach, wie es in deinem Leben aussieht und vielleicht hast du so eine Aufgabe für die nächsten Tage.

Gottes Segen dabei!

Essen & Trinken

Stell dir einmal vor auf der ganzen Welt herrscht eine Hungersnot, alle Supermärkte sind leer und der Hunger quält nicht nur dich, sondern auch alle deine Mitmenschen. Nach ein paar Tagen gibt es ein Hoffnungsschimmer, dein Freund erzählt dir, dass er zwei Straßen weiter Fleisch gefunden hat. Ihr geht zu dem besagten Ort und dort liegt ein Mann, der an der Hungersnot schon gestorben ist. Du guckst deinen Freund ungläubig an. Kannibalismus? Unvorstellbar, doch die einzige Möglichkeit, um weiterzuleben…  

Schockierend, doch genau diese Botschaft gibt Jesus einmal den Menschen weiter:

52 Unter den Juden kam es daraufhin zu einer heftigen Auseinandersetzung. »Wie kann dieser Mensch uns sein Fleisch zu essen geben?«, fragten sie. 53 Jesus aber sagte zu ihnen: »Ich versichere euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. 54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn an jenem letzten Tag auferwecken. 55 Denn mein Fleisch ist die wahre Nahrung, und mein Blut ist der wahre Trank. 56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. 57 Der Vater, der lebendige ´Gott`, hat mich gesandt, und ich lebe durch ihn. Genauso wird auch der, der mich isst, durch mich leben. 58 Das ist also das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Bei diesem Brot ist es nicht wie bei dem, das die Vorfahren gegessen haben. Sie sind gestorben; aber wer dieses Brot isst, wird ewig leben.«

Johannes 6,52-58

Jeder von uns hat also das ewige Leben, wenn wir nur Jesu Fleisch essen und sein Blut trinken. Jesus sagt, dass er dann in uns bleibt, was auch logisch erscheint, aber auch wir bleiben in ihm. Es wird schnell klar, dass diese Aufforderung symbolisch gemeint ist und die Botschaft daraus hat Jesus seinen Zuhörern auch schon vorher mitgeteilt (6,27;6,35-40;6,43-51). Aber die Menschen haben ihn nicht wirklich zugehört und nur das gehört was sie hören wollten. Jesus formuliert dann diese Botschaft so drastisch, damit er die volle Aufmerksamkeit seiner Zuhörer bekommt. Denn die Botschaft ist wichtig und einfach: Wenn wir zu Jesus kommen und an ihn glauben, werden wir ewig leben.  

Interessant ist, dass diese Begebenheit kurz vor dem Passahfest stattfindet (V.6,4) und bei seinem letzten Passahmal greift Jesus auch wieder auf diese Geschichte zurück und setzt das, uns besser bekannte, Abendmahl ein.

19 Dann nahm er Brot, dankte Gott dafür, brach es in Stücke und gab es den Jüngern mit den Worten: »Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut das, um euch an mich zu erinnern!« 20 Ebenso nahm er, nachdem sie gegessen hatten, einen Becher ´mit Wein` und gab ihn den Jüngern mit den Worten: »Dieser Becher ist der neue Bund, besiegelt mit meinem Blut, das für euch vergossen wird.«

Lukas 22,19-20

Wir essen also tatsächlich symbolisch Jesu Fleisch (Brot) und trinken sein Blut (Wein), um uns daran zu erinnern, was Jesus getan hat und wer er ist. Bevor Jesus gestorben ist, mussten die Israeliten andere Wege finden, um von Gott angenommen zu werden. In 3. Mose 6, 17 bis 7, 10 werden zwei Opferriten eingeführt, welche die Israeliten ausführen sollten, um Sühnung zu erwirken. Interessant ist, dass die Priester diese Opfer auch essen sollten, wie wir das Abendmahl essen. Jesus ist das ultimative Opfer, er stirbt, damit unsere Schuld vergeben wird. Wir sind versöhnt mit Gott. Nimm dir mal einen Moment Zeit und denk darüber nach.

23 denn alle haben gesündigt, und in ihrem Leben kommt Gottes Herrlichkeit nicht mehr zum Ausdruck, 24 und dass sie für gerecht erklärt werden, beruht auf seiner Gnade. Es ist sein freies Geschenk aufgrund der Erlösung durch Jesus Christus. 25 Ihn hat Gott vor den Augen aller Welt zum Sühneopfer für unsere Schuld gemacht. Durch sein Blut, das er vergossen hat, ist die Sühne geschehen, und durch den Glauben kommt sie uns zugute. Damit hat Gott unter Beweis gestellt, dass er gerecht gehandelt hatte, als er die bis dahin begangenen Verfehlungen der Menschen ungestraft ließ. 26 Wenn er Nachsicht übte, geschah das im Hinblick auf das Sühneopfer Jesu. Durch dieses hat er jetzt, in unserer Zeit, seine Gerechtigkeit unter Beweis gestellt; er hat gezeigt, dass er gerecht ist, wenn er den für gerecht erklärt, der sein ganzes Vertrauen auf Jesus setzt.

Römer 3,23-26

Die Zeit rennt

Irgendwie erleben wir gerade doch eine komische Zeit. Man hat endlich mal Ruhe, draußen ist es friedlich und das Wetter ist schön, dennoch sind die Menschen von Unruhe erfüllt. Nach den vielen falschen Apokalypsen-Ankündigungen, so hat man das Gefühl, geht die Welt mit dem Corona Virus nun doch noch unter.

Auch wir Christen sind bei dem Thema doch voll dabei. Die „Endzeit“ ist angebrochen, es dauert nicht mehr lange und Jesus kommt endlich wieder, um uns zu holen. Davon lesen wir doch auch in der Offenbarung und gleich zu Beginn heißt es schließlich auch :

„Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen wird; und er hat es mitgeteilt, indem er durch seinen Engel zu seinem Knecht Johannes sandte.“

Offenbarung 1,1

Das Wort „bald“ stört uns doch aber hierbei ein wenig, irgendwie ist es so unbestimmt. Es könnte in 2 min soweit sein, nächste Woche, oder vielleicht auch erst in ein paar Jahren. Wir wissen nur, es dauert nicht mehr lang, aber was ist schon lang ? Wer bestimmt das ?

Dabei hat es mit diesem „bald“ tatsächlich noch etwas mehr auf sich. Das Wort, das hier ursprünglich genutzt wird ist nämlich kein zeitliches bald (chronos), das Wort, das wir hier vorfinden ist „tachos“. Das bedeutet wiederum eher so etwas wie „schnell“, oder auch „mit hoher Geschwindigket“. Jesu Wiederkunft wird also schnell geschehen.

Was könnte die Zeit, in der wir heute leben besser beschreiben als diese Wörter. Alles muss schnell gehen, sogar das Essen. Eine Münchener Studie hat herausgefunden, dass wenn ein Mensch, der vor 100 Jahren gelebt hat, all das erleben wollen würde, was wir in unseren ca. 80 Jahren erleben, dann müsste er mindestens 600 Jahre alt werden. Wir leben in einer Welt der Superlative, in einer Welt. die so schnell ist wie noch nie und sie wird noch schneller. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch folgende Bibelstelle :

„Aber wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch das Kommen des Menschensohnes sein.“

Matthäus 27,34

Schon häufig habe ich mich gewundert, wie alt die Menschen damals geworden sind. Was macht man mit der Zeit, wenn man so lange lebt ? Noah wurde stolze 950 Jahre alt (Gen. 9,29). Dabei leben wir, wie wir in der Studie gesehen haben, genau so. Und in eine solche Zeit, in der sich keiner Zeit nimmt und alles schnell gehen muss, kommt ein Virus, und plötzlich verzweifeln die Menschen an der Zeit, die sie haben.

Könnte es sein, dass Gott uns auf etwas aufmerksam machen will ? Ich glaube, Gott hat in dieser Zeit der „hohen Geschwindigkeit“ eine Message für uns :

Wir sollten uns in zweifacher Hinsicht mal langsam Zeit für Gott nehmen!

Wen gerade das Thema um die Offenbarung interessiert, der kann seine Zeit nutzen und sich die Auslegung der Offenbarung von Hans Peter Royer anhören. Super interessant und mega wertvoll, kann man sich ohne Probleme auf Youtube geben.

Ein Sklave Christi

1 Und dies sind die Rechtsbestimmungen, die du ihnen vorlegen sollst: 2 Wenn du einen hebräischen Sklaven kaufst, soll er sechs Jahre dienen, im siebten aber soll er umsonst frei ausziehen. 3 Falls er allein gekommen ist, soll er auch allein ausziehen. Falls er Ehemann einer Frau war, soll seine Frau mit ihm ausziehen. 4 Falls ihm sein Herr eine Frau gegeben und sie ihm Söhne oder Töchter geboren hat, sollen die Frau und ihre Kinder ihrem Herrn gehören, und er soll allein ausziehen. 5 Falls aber der Sklave sagt: Ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder, ich will nicht als Freier ausziehen!, 6 so soll ihn sein Herr vor Gott bringen und ihn an die Tür oder an den Türpfosten stellen, und sein Herr soll ihm das Ohr mit einem Pfriem durchbohren; dann soll er ihm für ewig dienen.
(2.Mose 21)

Menschen, die in christlichen Elternhäusern aufwachsen, durchleben die Jahre in der Kirche oft wie eine Sklaverei. Jeden Sonntag muss zum Gottesdienst gegangen werden und die Entscheidung, ob man zur Kinder-, Teen- oder Jugendstunde gehen will, wird einem auch erstmal abgenommen. Doch meistens kommt dann ein Punkt, an dem die Eltern einem die Freiheit geben seinen eigenen Weg zu gehen. Viele warten nur darauf, verabschieden sich freudig vom Gemeindeleben und suchen ihr Glück woanders.

Dann gibt es wiederum die Leute, die Jahr für Jahr einfach weiter fleißig zur Kirche gehen. Sie machen sich nicht viele Gedanken, um ihre Beziehung mit Gott, die Sünde und Heiligkeit. Sie sind ganz zufrieden, so wie es halt ist.

Beide Parteien haben Gott nicht als einen Herrn kennengelernt, bei dem man gerne bleibt. Aber wir alle brauchen diese Entscheidung in der Freiheit, die wir besitzen unser Leben ganz an Gott abzugeben, uns ihm zu eigen zu machen. Das ist, was Jesus meint, wenn er sagt, dass wir unser Leben verlieren müssen. Erst dann, wenn wir uns freiwillig zu Gottes Sklaven machen, treten wir in seine Fußstapfen und können erleben, was es heißt ihm zu dienen.